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Watte brennt – der Trailer zum Stück

22/01/2010

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Das freie theater nordlichten nähert sich der zeitgenössischen Text-Vorlage von Jürgen Bühner mit einem performativen Ansatz und macht so die intime Enge spürbar, greifbar, fühlbar. Ein voyeuristischer Zoom auf die verletzliche Privatssphäre vierer Menschen zwischen Glück und Enge, Zärtlichkeit, Sex und häuslicher Gewalt.

Watte brennt

von Jürgen Bühner
in einer Fassung von Matthias Spaniel und Kathrin Weber-Krüger

Darsteller

Erzähler – Veit Merkle
Kal – Knut Gabel
Lea – Annelie Gülsdorff
Son – Fabian Schütze
Iva – Katja Kendler

Regie: Matthias Spaniel
Dramaturgie: Kathrin Weber-Krüger
Ausstattung: Stefania Böhm
Musik: Jochen Stumpf
Licht: Christian Meinke
“du siehst die Nacht / du siehst gegenüber du siehst / wie die anderen viel früher /
schlafen gehen als du / bei Tag siehst du die leergefegten / Wohnungen über und unter
dir / wohin soll man sehen” (Jürgen Bühner)
Eine Frau betritt mit zwei gepackten Koffern einen Raum: „eine Wohnung zum Leben /
leer aber schon einige Sachen da / frühes Licht durch das Flur Fenster / durch das man
auf ein Fenster gegenüber sieht / es ist die Wohnung nebenan in die man sehen kann
/ wenn man will / keine Gardinen oder niemals / die Papierwände blättern hier wie da
/ und es riecht nach Feuchtem“ – aus Ihren Koffern rieselt Zucker, langsam aber unaufhaltsam.

In einer verletzlichen Privatsphäre, in der man die Nachbarn hören, sehen und riechen
kann, vergehen zwei unterschiedliche Beziehungen zwischen Mann und Frau: Kal und
Lea ersticken ihre Angst vor dem Leben gemeinsam in geschwisterlicher Zuneigung, Iva
und Son kompensieren die Sinnleere des Alltags in der schmerzvollen Vereinigung ihrer
Körper. Doch mit der Zeit beginnen die Wände der Wohnräume ebenso zu bröckeln, wie
die immergleichen Muster ihrer Beziehungen. Im benachbarten Leben wird das Glück
gesehen, das man selbst nicht leben kann und ein Ausbruch scheint möglich zu sein.

In seiner nunmehr sechsten Produktion begegnet das freie theater nordlichten dem abstrakt-
poetischen Ton des Textes von Jürgen Bühner mit einer performativen Sinnlichkeit
auf der Bühne. So wird eine eigene szenische Bildhaftigkeit erzeugt, die dem Text
neue Interpretationsräume eröffnet. Erzählt werden Stationen vom Niedergang zweier
Paarbeziehungen. Der Nachwuchsautor Jürgen Bühner überschreitet in Watte brennt
den Horizont eines reinen Beziehungsdramas: Indem zwischen den Zeilen universelle
Themen wie Konsumgesellschaft, häusliche Gewalt und Suizidgedanken anklingen,
zeichnet der Autor, der für seine Arbeit 2007 ein Paul Maar Stipendium erhielt, ein
artifizielles Zerrbild unserer heutigen Gesellschaft, deren Konflikte zuerst und zuletzt
im privaten Raum ausgetragen werden.

Uraufführung: 11. April 2008, performance art depot, Mainz
Hildesheim-Premiere: 20. Juni 2008, Theaterhaus Hildesheim
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